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Führung
zur SelbstverantwortungSelbstverantwortung
ist die bestverteilte Sache der Welt. Man muss allerdings die
organisationalen Bedingungen so schaffen, dass ihre Potentiale
auch bei allen Beteiligten zur Entfaltung kommen. Führung
zur Selbstverantwortung geht davon aus, dass man Verantwortung
nicht delegieren kann, sondern höchstens Aufgaben (samt Kompetenzen).
Verantwortung kann jeder nur für sich selber nehmen, wenn
er sie gewählt, sich dazu entschieden hat. Und: Jeder hat
immer die Wahl! Selbstverantwortung ist also eine Ermächtigung
aus sich selbst heraus.
Hier liegt
der Unterschied zwischen einem Vorgesetzten und einer Führungskraft:
Ein Vorgesetzter "sitzt" qua Organigramm an seiner Stelle,
um aber auch Führungskraft zu sein, müssen seine Mitarbeiter
ihn dazu innerlich gewählt, sichfür ihn entschieden
haben.
Entscheidend für die Produktivität einer Gruppe, eines
Unternehmens sind also die Stellungen der handelnden Personen
zueinander.
Sich trauen
und zutrauen
Führung
zur Selbstverantwortung bedeutet für die Leitungsebenen,
den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern neue Entwicklungsmöglichkeiten
zuzugestehen, Fehler als Chancen zum Lernen zuzulassen und schon
durch die innere Einstellung dem Gegenüber mehr zuzutrauen.
Dazu gehört auch Loslassen,Vertrauen in den anderen entwickeln,
Einfluss gezielt aufgeben. Führung heißt dann in erster
Linie, Rahmenbedingungen zu gestalten, dass sich die Fähigkeiten
der Mitarbeiter breiter entfalten können
Führung
nach Pygmalion (selbsterfüllende Vorhersage)
| Da
lebte einst, in längst vergangenen Zeiten, ein König
auf Zypern. Der hieß Pygmalion und schuf als begnadeter
Künstler eine Statue aus Elfenbein. Nicht irgendein Mädchen
stellte sie dar, sondern seine - allerdings sehr leblose -
Traumfrau. So verliebt war der Künstler in sein Werk,
dass Aphrodite ein Einsehen hatte mit dem armen Kerl und die
elfenbeinerne Jungfrau zum Leben erweckte. Pygmalion stellte
sich also eine mögliche Realität so plastisch vor,
dass sie auch tatsächlich eintrat. Ubrigens ein archaisches
Kulturschema und u.a. das Libretto zum Musical "My Fair
Lady". |
Übertragen
auf Führungssituationen bedeutet das: Je intensiver eine Führungskraft
neue Möglichkeiten in Mitarbeiter hineinproijeziert, desto
grösser sind auch die Möglichkeiten, dass sich neue Potentiale
konkret bei diesen Personen entwickeln. Mehrere Studien (u.a. "Motivation:
Pygmalions Gesetz", Harvard Business Manager I/1990) mit Führungskräften
belegen diese kraftvolle Wirkung der "Führung nach Pygmalion".
Entscheidend
für Führung ist die Fähigkeit, Konversationen mit
anderen zielgerichtet in Gang zu setzen und dabei auch die eigene
"Landkarte" nur als Konstruktion von Realität einzuordnen.
Aufgabe der Führungskraft ist es daher, als Gesprächspartner
Mitarbeiter in die Verantwortung zu bringen.
"Führen nach Pygmalion" ist hier ein bewährtes
Führungsprinzip, das neue Potentiale bei Mitarbeitern öffnet
und dem Unternehmen insgesamt neue Möglichkeiten zum gemeinsamenErfolg
bietet.
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